Susanne Puntke

Heilpraktikerin

Blutegeltherapie

Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist ein fester und wichtiger Bestandteil der Naturheilkunde. Die ersten Aufzeichnungen über den Einsatz der medizinischen Helfer stammen aus dem Zeitraum 1500 v. Chr. In den Keilschriften der Babylonier fand man schon Aufzeichnungen über deren medizinischen Einsatz. In Europa fand man beim griechischen Dichter und Arzt Nikandros von Colophon (2. Jhr, nach Chr.) Berichte über den Einsatz von Blutegeln.

Da diese Therapie immer populärer wurde dezimierte sich der Bestand sehr rasant, so dass die Tiere vom Aussterben bedroht waren. Dies führte zu einer Zwangspause. Erst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Blutegel wiederentdeckt. Die Egel gehören zur Klasse der Gürtelwürmer und damit zu den Ringelwürmern. Sie besitzen keine Verdauungsorgane und halten das aufgesaugte  Blut mit Hilfe ihres Speichelsekretes (Hirudin) monatelang flüssig.

Der medizinische Blutegel, Hirudo medicinalis, ist der bekannteste Vertreter. Blutegel leben  in sehr sauberen Gewässern. In Deutschland und in der Schweiz stehen die Tiere unter Naturschutz. Erwachsene Tiere sind 15 – 20 cm lang und haben eine bräunliche bis olivgrüne Farbe. An beiden Enden hat er einen Saugnapf, wovon einer die Mundöffnung umschliesst. Diese besteht aus 3 halbmondförmigen Kiefern mit ca. 100 kleinen Zähnen. Blutegel sind sehr sensibel und reagieren auf die leisesten Veränderungen ihrer Umgebung. Zu medizinischen Zwecken werden ausschliesslich Zuchtegel aus Kulturen verwendet.


Wirkungsweise

Wie der Name schon sagt ernähren sich Blutegel vom Blut ihrer „Opfer“. Ein Egel saugt ca. 10 – 20 ml Blut. Das eigentlich Interessante ist aber, was er in das Blut / Gewebe hinein gibt. Die bekanntesten und am besten erforschten Bestandteile  sind das Hirudin, dem Heparin überlegen, Eglin, Hyaluronidase, Kollagenase, Antistasin, Prostaglandine und viele mehr. Diese Enzyme wirken an der Bissstelle  und im Gewebe schmerzstillend, da der Egel nicht daran interessiert ist entdeckt zu werden. Des Weiteren bewirken die Enzyme folgendes:

  • Gerinnungs- und entzündungshemmend
  • Gefäßerweiternd
  • Viruzid und bakterizid
  • Lymphstrom beschleunigend (6-10fach), dadurch umstimmend für den gesamten Organismus
  • Blutverdünnend


Diese ganzen Eigenschaften machen sich positiv bemerkbar bei:

  • Sämtlichen Arten von Entzündungen
  • Venösen Erkrankungen, Thrombosen
  • Tennisarm, Schleimbeutelentzündungen
  • Ischialgien
  • Neuralgien
  • Verstauchungen
  • Bandscheibenvorwölbungen / Vorfälle
  • Rheumatischer Formenkreis
  • Arthrose, Arthritis, Gicht
  • Herpes Zoster
  • Infizierte Wunden, Furunkel etc.
  • Tinnitus, Schwindel
  • Migräne
  • Traumatologie
  • Postoperativ
  • Hypertonie etc.

Die Dauer des Saugens beträgt ca. 30 – 90 Min. In den meisten Fällen ist der Vorgang nach 45 Min. abgeschlossen. Der Blutegel darf nie mit Gewalt entfernt werden. Er fällt von selber ab und wird vom Therapeuten entsorgt. Da jeder Egel nur einmal benutzt wird, besteht auch keine Gefahr der Übertragung von Krankheiten.

Die entstandenen Wunden bluten ca. 2 – 12 Std. nach. Dies sollte auch nicht unterbunden werden. Die Wunde wird steril, aber locker abgedeckt und so lange wie nötig erneut versorgt. Am Tag der Therapie soll der Patient sich schonen und ruhen. Die verkrusteten Stellen können eventuell jucken. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte das Kratzen unterbunden werden.
Da die Tiere sehr sensibel reagieren, darf das Hautareal am Behandlungstag nur mit Wasser gereinigt werden. Es sollten keine Cremes oder Ähnliches verwendet werden.

Alle nicht unbedingt einzunehmenden Medikamente sollten abgesetzt werden. Es sollte nicht geraucht werden. Der Patient sollte ruhig und entspannt liegen.

Es gibt einige Erkrankungen, bei denen eine Blutegeltherapie  nicht durchgeführt werden  darf.

Kontraindikationen:

  • Hämorrhagische Diathese
  • Starke Immunschwäche
  • Schwere Anämien
  • Extreme Allergien
  • Arterielle Verschlusskrankheiten
  • Stark quecksilberbelastete Patienten
  • Schwangere
  • Hochdosierte Kortison Patienten
  • Marcumar Patienten